Historisches "Vor der SG Trohe/Alten-Buseck"

seitens der TSG Alten-Buseck:

Sepp Herberger 1961 in Alten-Buseck:

Fußball in Alten-Buseck 

 

100 Jahre TSG Alten-Buseck, doch die Geschichte des Fußballs in Alten-Buseck begann erst um 1923. Sportler der Freien Turnerschaft versuchten sich damals in dem Spiel mit dem runden Leder.

 

Der erste Sportplatz war ein Gelände unweit des heutigen Bundeswehrlagers, ein ehemaliges Heideland. Auf diesem Gelände wurde aber nur ca. 7 Jahre lang der Fußballsport im Verein ausgeübt, denn im Jahre 1930/31 entstand dann der noch heute bestehende Waldsportplatz, den die Fußballer in Selbsthilfe errichteten. 40 Jahre danach wurde dann die Sportanlage „Am Riegelweg“ eingeweiht. Dazu aber später mehr.

 

Schon 1946 begann die fußballerische Nachkriegszeit in den unteren Klassen, bedingt natürlich auch durch die Opfer, die der Krieg gefordert hat. „Vater“ des sogenannten Neubeginns war Wilhelm Wagner. Dabei darf man aber nicht die Namen Alex Arbersmann, Edi Großmann, Fred Gröger, Helmut Vogel, Walter Leidner, Reinhold Stamm, Ernst Bötz, Otto Weller, Otto Seibert, Ludwig und Wilhelm Döpp, Willi Wagenbach sowie die verstorbenen Franz Pohl,  Engelbert Röhrich, Walter Schmidt, Gottfried Trensch, Walter Nicolai, Heiner Benner, Egon Reuling, Hans Sternat und Rudi Bär vergessen.

 

Die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte wurde im Spieljahr 1956/57 gefeiert. Aber schon im nächsten Jahr kam, bedingt durch den Ausfall mehrerer Stammspieler, der erste Abstieg – und nicht der letzte.

 

Vier Jahre später (1961) feierte dann der Gesamtverein sein 60-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum präsentierten die Fußballer der Turn- und Sportgemeinde eine erneute Meisterschaft. Berühmtester Gratulant seinerzeit war kein Geringerer als Bundestrainer Sepp Herberger, der – an der Spitze von über 1000 Fußballern aus der Region – den Festzug durchs Dorf anführte.

 

Einen weiteren großen und erfolgreichen Schritt in der Geschichte der TSG und der Abteilung Fußball machte man 1968. Jugendleiter Helmut Hofmann und sein Sohn Joachim gründeten eine Knabenmannschaft die noch im gleichen Jahr den Kreismeister- und Vizebezirksmeistertitel in den heimischen Pokalschrank holten. Die Spieler dieser Mannschaft stellten später das Grundgerüst der „ersten Mannschaft“, zu denen auch Spieler aus der „gemischten Jugend“ hinzukamen. Diese unterlagen ebenfalls 1968 in einem denkwürdigen Endspiel der Übermannschaft aus Obbornhofen/Bellersheim 1:2 und wurden so nur Vizekreismeister. Ein weiterer Erfolg der Aktiven hinzu. Diese begannen die Spielrunde mit drei Unentschieden und gaben danach keinen Punkt mehr ab und wurden somit mit über 100 geschossenen Toren Meister und Aufsteiger in die A-Klasse. Aber auch die „Alten Herren“ (Jahrgang 1936-39) gaben in diesem Jahr keinen einzigen Punkt in 30 Spielen ab und waren somit das erfolgreichste „Alt Herren-Team“ im Kreis.

 

Einige Zeit später beschloss man dann den Neubau einer Sportanlage die im Jahr 1971 „Am Riegelweg“ eingeweiht wurde. Das Einweihungsspiel bestritt damals die Kreisauswahl, zur der auch Manfred Döhrel (TSG) gehörte, gegen die Bundesligastars von Hertha BSC Berlin.

In den Reihen der Berliner standen unter anderem der legendäre Ungar Zoltan Vaga, Nationalspieler Erich Beer, Torwarthühne Volkmar Groß der Alsenborner Wunderstürmer Lorenz Horr die Herren Geyer, Hermanndung, Sziedat und nicht zuletzt einer, der als Trainer bei der Frankfurter Eintracht bekannt geworden ist: Horst Ehrmandraut.

Aber auch Eike Immel (Torwart unter anderem bei Borussia Dortmund) als auch Birgit Prinz (größtes Talent im Frauenfußball) gaben schon ihre Visitenkarte in Alten-Buseck ab.

 

Aber auch Jugendfußballer aus den eigenen Reihen machten Fußballkarriere in höheren Gefilden. Den größten Sprung dabei schaffte Thomas Reubold, der über die Stationen TSG Alten-Buseck, VfB 1900 Gießen anschließend mit Eintracht Frankfurt deutscher B-Jugendmeister wurde. Zu seinen Mannschaftskollegen gehörte auch Andreas Möller der heute für den FC Schalke 04 auf Torejagd geht. Auch zwei Bundesligaeinsätze für Eintracht Frankfurt kann Reubold nachweisen.

 

In den letzten 25 Jahren kamen unzählige Meistertitel, Ab- und Aufstiege im Jugend- und auch im Seniorenbereich hinzu. Den größten Erfolg der Abteilung feierte man 1996. In einem Endspiel vor ca. 1000 Zuschauern in Staufenberg bezwang man den Nachbarn aus Rödgen und sicherte sich damit den Aufstieg in die Bezirksliga.

 

Zum Abschluss muss aber noch ein weiterer Namen genannt werden: Bruno Endrejat. Er durchlebte seit 1968 alle Höhen und Tiefen der Abteilung in den Funktionen als Jugendspieler, aktiver Spieler, Jugendleiter und -betreuer, Trainer, Betreuer und heute Abteilungsleiter. Zu Recht kann man sagen, dass er der „Vater der Neuzeit“ für die Abteilung Fußball ist.

 

Quelle: Joachim Hofmann

30.12.2000